Grenzdenkmal Hessendamm

Grenzdenkmal Hessendamm

Auf einen Blick

Adresse:

An der B79 zwischen Hessen und Mattierzoll

Zugang:

frei und zu jeder Jahreszeit

Ansprechperson:

Enrico Kretschmar; enricokretschmar@t-online.de

Das Grenzdenkmal Hessendamm liegt zwischen Hessen (Ortsteil von Osterwieck) in Sachsen-Anhalt und Mattierzoll in Niedersachsen, unmittelbar an der heutigen Landesgrenze. Der Ort erinnert an die innerdeutsche Grenze und zugleich an einen historischen Verkehrsweg durch das Große Bruch.

Historischer Übergang

Der Hessendamm verband über Jahrhunderte den Harzraum mit dem Großen Bruch und war Teil einer wichtigen Verbindung zwischen Halberstadt und Wolfenbüttel. Auch der Name Mattierzoll verweist auf frühere Grenz- und Zollverhältnisse. Schon lange vor der deutschen Teilung war dieser Ort damit ein Übergang zwischen verschiedenen Herrschafts- und Verwaltungsräumen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sich hier die innerdeutsche Grenze und die Straße zwischen Hessen und Mattierzoll wurde unterbrochen.

Grenzanlagen und Erinnerung

Mit dem Ausbau der DDR-Grenzanlagen entstanden am Hessendamm Sperranlagen, Kontrollstreifen und Beobachtungseinrichtungen. Auf westlicher Seite befand sich ein Informationspavillon, an dem sich Besucher der Grenze über diese informieren konnten. Ein ehemaliger Grenzturm sowie weitere Reste beziehungsweise rekonstruierte Elemente der Grenzanlagen erinnern heute an diese Zeit. Sie machen sichtbar, wie stark die Grenze in Landschaft und Alltag eingriff.

Bereits am 12.11.1989 wurde die Grenze zwischen Hessen und Mattierzoll geöffnet und die Verbindung zwischen den Orten wurde wieder hergestellt. Die Menschen aus Ost und West trafen sich und feierten gemeinsam die Grenzöffnung.

Ort am Grünen Band

Heute ist das Grenzdenkmal Hessendamm ein anschaulicher Erinnerungsort am Grünen Band. Informationstafeln, der Grenzturm, der originale Grenzpavillon und erhaltene Spuren der Grenzanlagen vermitteln die Geschichte der deutschen Teilung im nördlichen Harzvorland. Zugleich zeigt der Ort den Wandel des früheren Grenzstreifens zu einem verbindenden Natur- und Erinnerungsraum.

Das Grenzdenkmal liege direkt an der B79 und kann mit dem Auto und über einen Fuß- und Radweg gut erreicht werden. Ein Parkplatz am Grenzturm und Sitzgelegenheiten für Besucher sind vorhanden. Der Beobachtungsturm ist in Privatbesitz und in einem dringend renovierungsbedürftigen Zustand. Um die Flächen auf niedersächsischer Seite kümmert sich die Gemeinde Winningstedt.

Führungen am Grenzdenkmal und Wanderungen am Grünen Band in der Region übernimmt auf Anfrage der Zeitzeuge Enrico Kretschmar.

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Gut zu wissen

Was war die deutsch-deutsche Grenze?

Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen. Die Grenze diente dem Zweck, Menschen am Verlassen der DDR mit Gewalt zu hindern.