Zonengrenz-Museum Helmstedt

Auf einen Blick
Adresse:
Südertor 6, 38350 Helmstedt
Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr: 14-17 Uhr; Mi, Sa, So: 10-17 Uhr
Eintritt:
frei, spenden vor Ort oder online möglich
Kontakt:
Telefon: 05351 121-1474; E-Mail: museen@landkreis-helmstedt.de
Das Zonengrenz-Museum befindet sich in einem klassizistischen Gebäude in der Helmstedter Altstadt und dokumentiert die Geschichte der innerdeutschen Grenze im Bereich des Landkreises Helmstedt. Über fast vier Jahrzehnte bis zur Wiedervereinigung 1989/90 befand sich Helmstedt im „Zonenrandgebiet“, einem 40 Kilometer breiten Streifen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf westdeutscher Seite.
Die Ausstellung im Zonengrenz-Museum erstreckt sich über fünf Abteilungen und präsentiert die deutsch-deutsche Grenzgeschichte durch Originalobjekte, Fotografien, Ausstellungstafeln, Modelle und Filme. Im Mittelpunkt stehen Originalobjekte wie Teile des Grenzzaunes, Minen und Selbstschussanlagen aber auch eine selbstgebaute Fluchtleiter und ein großer Koffer, mit denen Fluchten aus der DDR gelangen. Ein Modell zeigt den Aufbau der bekanntesten innerdeutschen Grenzübergangsstelle Helmstedt/Marienborn.
Matthias Behne | Lautwieleise
Ein wesentlicher Fokus liegt auf den wirtschaftlichen Auswirkungen der Grenzziehung: Das Verkehrsnetz wurde unterbrochen, geschäftliche Verbindungen zerschnitten und große Industriebetriebe zerstört. Ein besonderes Exponat ist der US-amerikanische Militärzugbegleitwagen, der heute zwischen dem Museum und der Innenstadt von Helmstedt steht. Der Wagen mit dem Heimatbahnhof Helmstedt wurde während des „Kalten Krieges“ bis 1990 als Wachwagen an die Militärzüge der US-Army auf dem Transit nach Berlin angehängt.
Der US-amerikanische Militärzugbegleitwagen
Ständig wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Angebot des Museum, das in den nächsten Jahren umgestaltet werden soll.
Der Eintritt ins Museum ist kostenfrei, um Spenden wird gebeten. Führungen sind auf Anfrage möglich. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Zonengrenz-Museums zu finden.
Der Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V. bietet verschiedene Rundfahrten an, die auch im Zonengrenz-Museum Station machen.
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Gut zu wissen
Was war die deutsch-deutsche Grenze?
Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen. Die Grenze diente dem Zweck, Menschen am Verlassen der DDR mit Gewalt zu hindern.
Was ist das Grüne Band?
Das Grüne Band ist ein europaweites Naturschutzprojekt im Gebiet des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", der während des Kalten Krieges Europa in zwei politische Blöcke trennte. Das Grüne Band hat eine Gesamtlänge von über 12.500 km und reicht dabei vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. In Deutschland wurde das Grüne Band nach dem Mauerfall 1989 als gesamtdeutsches Naturschutzprojekt von Naturschützer:innen aus Ost- und Westdeutschland installiert. Der Teil des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt ist 343 km lang und seit 2019 unter dem Motto "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Aufarbeitung der Geschichte des Kalten Krieges und der DDR und Naturschutz werden als gleichrangige Aufgaben verstanden.