Aussichtsturm und Infopfad bei Breitenrode

Auf einen Blick
Adresse:
An der L24 zwischen Breitnrode und Grafhorst
Zugang:
frei und zu jeder Jahreszeit
Ansprechpartner:
SUNK; info@sunk.de
Zwischen Breitenrode und Grafhorst ist am Grünen Band ein neuer Ort für Naturbeobachtung, Information und landschaftliches Erleben entstanden. Der Aussichtsturm und der dazugehörige Natur- und Kulturpfad liegen an der L 24 im UNESCO-Biosphärenreservat Drömling und machen die besondere Verbindung von Naturschutz, Grenzgeschichte und sanftem Tourismus anschaulich erfahrbar.
Aussicht über das Grüne Band
Der rund acht Meter hohe Aussichtsturm wurde 2024 durch die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) errichtet. Er besteht aus witterungsbeständigem Robinienholz und fügt sich damit gut in die umgebende Landschaft ein. Von der Plattform eröffnet sich ein weiter Blick über das Nationale Naturmonument „Grünes Band“ und die grenzübergreifende Drömlingslandschaft zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Der Turm eignet sich besonders zur störungsarmen Beobachtung von Kranichen, Silberreihern und verschiedenen Gänsearten.

Neuer Natur- und Kulturpfad
Seit 2026 ergänzt ein rund 1,5 Kilometer langer Natur- und Kulturpfad den Standort. Der Rundweg startet und endet am Aussichtsturm und führt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. An neun Stationen mit insgesamt zwölf Infotafeln vermittelt der Pfad Wissen zu Naturschutz, Artenvielfalt und Erinnerungskultur. Interaktive Elemente wie ein Arten-Memory, ein Landschaftspuzzle und perspektivische Skulpturen laden dazu ein, die Landschaft aufmerksam wahrzunehmen.
Die historischen Inhalte des Pfades entstanden in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA). Informationstafeln entlang des Weges erläutern den ehemaligen Grenzverlauf, die Funktionsweise der DDR-Grenzanlagen sowie die Schicksale von Menschen, die versuchten, die Grenze zu überwinden. So macht der Infopfad das Grüne Band erfahrbar als das, was es heute ist: eine Erinnerungslandschaft, in der Naturschutz und Aufarbeitung unmittelbar zusammenkommen.
Naturraum Drömling
Der Drömling ist eine weitläufige Niederungslandschaft mit Feuchtwiesen, Gräben, Gehölzen und offenen Bereichen. Seit 2023 ist er als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Das Gebiet bietet Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Arten, darunter Schilfrohrsänger, Seeadler und Biber. Zugleich ist der Drömling ein bedeutendes Durchzugs- und Rastgebiet für Kraniche und Störche.
Vermittlung und Verantwortung
Umgesetzt wurde der Informationspfad durch die SUNK, die damit das Ziel verfolgt, das Grüne Band als Natur- und Erinnerungsraum behutsam zugänglich zu machen und zugleich für den Schutz seiner empfindlichen Lebensräume zu sensibilisieren. Der Standort bei Breitenrode zeigt beispielhaft, wie Naturbeobachtung, Umweltbildung und die Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Teilung miteinander verbunden werden können.
Direkt an der L24 zwischen Breitenrode und Grafhorst befindet sich ein Parkplatz.
Am Fuß des Turms befindet sich außerdem eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel, die dem 30-jährigen Bestehen der SUNK gewidmet ist.
Ein Projekt von diesem Akteur
Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt
Seit 2011 stellt sich die SUNK der verantwortungsvollen Aufgabe, die übernommenen Flächen aus dem Nationalen Naturerbe in ihrer Einzigartigkeit auch für kommende Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Ansprechperson
Sandra Goltz-Dangler Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Matthias Behne | Lautwieleise
Weitere Projekte von diesem Akteur
Naturräume (4verschiedene)
Verwandte Projekte anderer Akteure
Blühwiese bei Bühne
Naturräume
SUNK
Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Naturräume
Heike Albrecht
Rangerstation Scharfenstein
Naturräume
Mandy Gebara
Gut zu wissen
Was ist ein Nationales Naturmonument?
Nationale Naturmonumente sind einzigartige Naturerscheinungen von bundesweiter Bedeutung. Sie können wichtige Zeugnisse der Natur- und Kulturgeschichte sein und bieten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Nationale Naturmonumente können mit ihrem besonderen Schutz in Verbindung mit einer behutsamen Besucherlenkung zu mehr Naturverstehen und Naturerleben für viele Menschen beitragen.
In Deutschland stellen Nationale Naturmonumente eine vergleichsweise "junge" Schutzgebietskategorie dar: Die Kategorie ist in Anlehnung an internationale Vorbilder 2010 in das deutsche Naturschutzrecht eingeführt worden. Oftmals im Zusammenwirken natürlicher und menschlicher Einflüsse entstanden, sind sie häufig Refugien für ganz besondere Lebensgemeinschaften. Bezogen auf ihre Größe ordnen sich Nationale Naturmonumente zwischen den deutlich größeren Nationalparken einerseits und den wesentlich kleineren Naturdenkmälern andererseits ein. Vom Grünen Band Deutschland sind mittlerweile die Abschnitte in den Bundesländern Thüringen (2018), Sachsen-Anhalt (2019) und Brandenburg (2022) als Nationale Naturmonumente ausgewiesen.
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Welche Arten sind am Grünen Band zu finden?
In den 146 verschiedenen Lebensraumtypen kommen mehr als 1.200 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste vor. Pflanzen und Tiere, die anderswo bereits als verschollen oder ausgestorben galten, wurden und werden im Grünen Band wiederentdeckt. Seltene Arten wie Wanstschrecke, Goldener Scheckenfalter, Schwarzstorch, Braunkehlchen, Wachtelkönig, Fischotter, Luchs oder Wildkatze, Arnika, Trollblume, Breitblättriges Knabenkraut oder Küchenschelle finden dort einen Lebensraum. Als ganz besondere Rarität hat sich im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien die Flussperlmuschel erhalten.