Grenzturm Walbeck

Grenzturm Walbeck

Auf einen Blick

Nähere Informationen:

über den Walbecker Heimatverein

Zugang:

frei zugänglich, nur von außen zu besichtigen

Der in den 70er Jahren erbaute Beobachtungsturm vom Typ BT-9 diente seinerzeit der Überwachung der Grenze an der Kreuzung des Kolonnenweges mit der alten Helmstedter Straße L20.

2009 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den Turm an eine Privatperson verkauft, ohne die Kommune und Denkmalbehörden davon in Kenntnis zu setzen. Der Käufer ließ den Turm daraufhin demontieren. Der Abtransport der Einzelteile konnte aber durch einen Baustopp im letzten Moment verhindert werden. Daraufhin lagen die Einzelteile des Turms über 10 Jahre im Wald. Der örtliche Verein für Walbecker Geschichte und Heimatpflege kümmerte sich seitdem um die Wiedererrichtung des ehemaligen Wachturms als Gedenkort.

Mit Fördermitteln gelang es, den Turm im Jahr 2024 denkmalgerecht wieder zu errichten. Heute ist er nicht nur ein Denkmal, sondern auch Mahnmal, Begegnungs- und Erinnerungsort. Der Turm ist nur von Außen zu besichtigen. Für ihr besonderes Engagement wurde der Verein für Walbecker Geschichte und Heimatpflege e.V. im April 2026 mit dem Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Aktiv in der Aufarbeitung

Ein Mann mit grauen Haaren, Brille und einer dunklen Jacke steht vor dem demontierten ehemaligen Wachturm und schaut in die Kamera.

Martin Krems-Möbbeck

Vorsitzender des Heimatvereins

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Gut zu wissen

Was war die deutsch-deutsche Grenze?

Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen. Die Grenze diente dem Zweck, Menschen am Verlassen der DDR mit Gewalt zu hindern.