Vier-Länder-Grenzradweg

prignitzliebe/Anja Möller - BUND
Auf einen Blick
Highlights:
NaturGeschichteRadwegDer Vier-Länder-Grenzradweg ist 170 Kilometer lang und führt größtenteils entlang des Grünen Bandes durch Altmark, Wendland und entlang der Elbe. In der ehemaligen Grenzregion trifft man auf Relikte der deutsch-deutschen Geschichte. Grenzgeschichte wird erfahrbar, Erinnerung sichtbar und Natur erlebbar.
Der Vier-Länder-Grenzradweg führt durch die natur- und grenznahe Region im Vierländereck zwischen Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Der Rundweg ist in sechs Etappen aufgeteilt, die einzeln an einem Tag oder zusammen an mehreren Tagen erkunden werden können. Am Wegesrand warten jede Menge Geschichts-, Natur- und Kulturerlebnisse.
Matthias Behne | Lautwieleise
Beobachtungsturm BT 4×4 mit Führungsstelle bei Hoyersburg (Salzwedel)
Matthias Behne | Lautwieleise
Gedenkstätte Wüstung Stresow
Unterwegs kreuzt man insgesamt sieben Mal das Grüne Band – jene Linie entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die bis 1989 unzugänglich war. In diesem einstigen Sperrgebiet konnte sich ein abwechslungsreicher Naturraum entwickeln, den man auf diesem Radweg zusammen mit deutsch-deutscher Grenzgeschichte hautnah entdecken kann.
Julius C Schreiner
Die geschleifte Ortschaft Jahrsau
Matthias Behne | Lautwieleise
Grenzlandmuseum Schnackenburg
Es geht zu ehemaligen Grenztürmen, historischen Ortschaften und anderen Erinnerungsorten, ebenso wie durch Wälder, Wiesen und Felder, entlang großer und kleiner Flüsse, zu lebendigen Auen und reizvollen Seen. Man kann seltene Tiere und Pflanzen entdecken, den Seeadler über der Elbe kreisen sehen, die Werke des Bibers bestaunen, dem Schnurren der Ziegenmelker lauschen, Kiebitz- und Kranicheltern mit ihren Jungen beobachten, Orchideen bewundern und die Zehen im Sand einer großen Binnendüne wärmen. Sehenswerte Städte wie Lenzen, Dömitz, Hitzacker und Salzwedel sowie die kleinste Stadt Niedersachsens liegen am Weg.
Entlang des Weges freuen sich verschiedene Museen mit regionalen Schwerpunkten auf einen Besuch. Man kann sich eines der Grenzmuseen ansehen oder mehr über die Gegend in den örtlichen Heimatmuseen erfahren.
Auf dem gesamten Weg gibt es kaum Steigungen und die Wege sind generell gut befahrbar, so dass sich die Radtour auch für Familien eignet.
Hier ist die Homepage des Vier-Länder-Grenzradwegs zu finden.
Matthias Behne | Lautwieleise
Reste der Grenze an der Wirler Spitze
Matthias Behne | Lautwieleise
Blaue Bank der Ruhe | Mahnmal für Bernhard Simon
Ein Projekt von diesem Akteur
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Der BUND schützt und entwickelt das Grüne Band in Sachsen-Anhalt als Biotopverbund und lebendiges Denkmal, fördert nachhaltige Nutzung und sensibilisiert für dessen ökologische und historische Bedeutung.
Ansprechperson
Dieter Leupold Projektleiter Grünes Band
Matthias Behne | Lautwieleise
Weitere Projekte von diesem Akteur
Erinnerungskultur (3verschiedene)
Naturräume (4verschiedene)
Touren (1verschiedene)
Verwandte Projekte anderer Akteure
Grenzturm bei Hoyersburg
Erinnerungskultur
LHB
Gedenkstätte Wüstung Stresow
Erinnerungskultur
Matthias Behne | Lautwieleise
Grenzlandmuseum Schnackenburg
Erinnerungskultur
Matthias Behne | Lautwieleise
Harzer Grenzweg
Touren
Matthias Behne | Lautwieleise
Wüstung Jahrsau
Erinnerungskultur
Matthias Behne | Lautwieleise
Gut zu wissen
Was ist das Grüne Band?
Das Grüne Band ist ein europaweites Naturschutzprojekt im Gebiet des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", der während des Kalten Krieges Europa in zwei politische Blöcke trennte. Das Grüne Band hat eine Gesamtlänge von über 12.500 km und reicht dabei vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. In Deutschland wurde das Grüne Band nach dem Mauerfall 1989 als gesamtdeutsches Naturschutzprojekt von Naturschützer:innen aus Ost- und Westdeutschland installiert. Der Teil des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt ist 343 km lang und seit 2019 unter dem Motto "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Aufarbeitung der Geschichte des Kalten Krieges und der DDR und Naturschutz werden als gleichrangige Aufgaben verstanden.
Was war die deutsch-deutsche Grenze?
Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen. Die Grenze diente dem Zweck, Menschen am Verlassen der DDR mit Gewalt zu hindern.
Was ist das Besondere am Grünen Band?
Das Grüne Band ist ein einzigartiger Verbund aus Erinnerungslandschaft und Naturschutzgebiet. Die militärisch bewachte Grenze war bis 1989 dazu da, Menschen mit Gewalt am Verlassen der DDR zu hindern. Es gab Todesopfer und Verletzte. Gleichzeitig war sie ein Ort, den Menschen nicht betreten konnten. Dadurch entwickelte sich dort eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Dieser Widerspruch eines einst tödlichen Grenzregimes und eines sich daraus entwickelten Rückzugsortes für Tiere und Pflanzen ist das, was das Grüne Band ausmacht. Daraus ergibt sich eine doppelte Aufgabe für den Umgang mit dem Grünen Band: als Ort europäischer und globaler Zeitgeschichte und als Ort des Naturschutzes.