Grenzturm bei Hoyersburg

Grenzturm bei                                                Hoyersburg

Auf einen Blick

Adresse:

An der B248 zwischen Hoyersburg und Lübbow

Zugang:

frei zugänglich, Führungen im Turm über den BUND

Direkt an der Bundesstraße zwischen Salzwedel und Lüchow steht der ehemalige Grenzturm Hoyersburg.

Bei dem Turm handelt es sich um eine sogenannte Führungsstelle, einen eckigen Wachturm mit einer Grundfläche von 4×4 Metern. Darin befand sich ein Kommandostand, Unterkünfte für die Angehörigen der Grenztruppen und eine Beobachtungskanzel, die einen Blick in die Umgebung ermöglichte. Alle Informationen aus dem Grenzabschnitt liefen hier zusammen und bei Fluchtversuchen oder anderen Vorfällen an der Grenze wurde von hier aus der Einsatz der Grenzsoldaten koordiniert. Wegen der Nähe zur Stadt Salzwedel gab es an diesem Grenzabschnitt auch eine Hundelaufanlage.

Heute ist der Turm in Besitz des BUND und im Rahmen von Führungen zugänglich. Von oben bietet sich ein schöner Blick auf das Grüne Band und die Salzwiesen mit ihrer besonderen Artenvielfalt. Die Instandhaltung des Turms ist jedoch aufgrund von Vandalismus finanziell aufwändig.

In direkter Nachbarschaft befindet sich eine große lokale Besonderheit: eine Binnensalzwiese. Durch einen nah an die Oberfläche dringenden Salzstock wachsen hier – mitten im norddeutschen Tiefland – salztolerante Pflanzenarten wie Strandmilchkraut, Stranddreizack und Salzbinse: Arten, die sonst nur in küstennahen Regionen zu finden sind. Auch eine seit vielen Jahren verschwundene Orchideenart, das Kleine Knabenkraut, wurde hier wiederentdeckt.

Einen Blick ins Innere des Grenzturms und auf die Umgebung bietet die 360°-Tour des BUND.

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Gut zu wissen

Was ist das Grüne Band?

Das Grüne Band ist ein europaweites Naturschutzprojekt im Gebiet des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", der während des Kalten Krieges Europa in zwei politische Blöcke trennte. Das Grüne Band hat eine Gesamtlänge von über 12.500 km und reicht dabei vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. In Deutschland wurde das Grüne Band nach dem Mauerfall 1989 als gesamtdeutsches Naturschutzprojekt von Naturschützer:innen aus Ost- und Westdeutschland installiert. Der Teil des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt ist 343 km lang und seit 2019 unter dem Motto "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Aufarbeitung der Geschichte des Kalten Krieges und der DDR und Naturschutz werden als gleichrangige Aufgaben verstanden.

Was war die deutsch-deutsche Grenze?

Durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits früh wurde der Verkehr über die Zonengrenzen reglementiert und Grenzpolizeien aufgestellt. Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik. Beginnend mit einem Beschluss des Ministerrates der DDR vom 26. Mai 1952 wurde die Grenze zur Bundesrepublik nach und nach ausgebaut und militärisch bewacht. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die DDR-Grenze zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Den zeitlichen Höhepunkt der Grenzsicherung bildeten die 70er und frühen 80er Jahre. Zu dieser Zeit war die Grenze ein hochkomplexes Sicherheitssystem aus Streckmetall- und Signalzäunen, teilweise Sichtschutzmauern, Sperrstreifen, Wachtürmen, Hundelaufanlagen, Bodenminen und Selbstschussanlagen. Die Grenze diente dem Zweck, Menschen am Verlassen der DDR mit Gewalt zu hindern.

Wer ist verantwortlich am Nationalen Naturmonument?

In Sachsen-Anhalt sind das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt sowie die Staatskanzlei/Ministerium für Kultur Träger des Grünen Bandes. Die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) und die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt unterstützen die Ministerien.